Dienstag, 19. August 2014

Krank sein, krank werden, krank gemacht werden.

Deutschlands Altersheime.
Ein Thema für sich.

Seit 2 Jahren betreue ich (ehrenamtlich) im Altersheim eine alte Dame. Sie ist 98 Jahre alt, fast blind aber geistig und körperlich noch sehr fit. Ich besuche Sie jeden Donnerstag. Wir gehen oft zusammen spazieren oder sie erzählt mir sehr viel.
Besonders traurig ist sie darüber das sie niemanden außer mir hat.
Leider werde ich von den Pflegern dort nie beachtet. Nicht einmal ein "Guten Tag" kriege ich zu hören. Außerdem werden die alten Menschen dort früh in den Aufenthaltsraum gesetzt, bleiben dort den ganzen Tag sitzen und werden nicht beachtet. Spaß an diesem Beruf merkt man bei den Pflegern ebenfalls nicht.


Seit ca. einem halben Jahr ist mein Opa auch in einem Altersheim. Ihm wurde das Bein abgenommen und er muss zweimal die Woche zur Dialyse. Das heißt, er ist sehr pflegebedürftig.
Die Pfleger sind ständig bemüht ihn aufzumuntern und unterhalten sich oft mit ihm.
Man wird von den Pflegern freundlich begrüßt und merkt auch eine Bindung zwischen Pflegern und Patienten.


Wie kann es sein, dass zwei Altersheime so unterschiedlich sind ?
Wir sind doch alle Menschen. Wir haben doch ein Recht darauf gleich behandelt zu werden !
Eine gewisse Freude zu diesem Beruf muss doch vorhanden sein.
Ich verstehe nicht wie man alte Menschen so schlecht behandeln kann. Die meisten würden sich schon über eine 5 Minuten Unterhaltung erfreuen.
Ich bin wirklich enttäuscht über die Pfleger der meisten Altersheime.
So hat man selbst Angst vor dem alt werden.




Kommentare:

  1. Dein Opa hat Glück mit seinem Altersheim. Der "Normalfall" ist leider wie Du ihn bei der von Dir betreuten Seniorin beschrieben hast. Und das war schon vor 30 Jahren so, damals war ich Zivi und musste hin und wieder Leute vom Altersheim abholen, da sah es auch schon genauso trostlos aus.

    Mittlerweile ist es nicht besser geworden, eher im Gegenteil. Altenpflege ist ein Beruf der viel Kraft kostet und einen wahrscheinlich psychisch ausbrennt, denn Du weißt, dass die Leute die Du betreust am Ende alle in der Kiste rausgetragen werden. Und der Beruf ist für das, was die Leute da leisten müssen extrem schlecht bezahlt, ich kenne ein paar Altenpfleger die alles andere als zufrieden sind mit dem Streß den sie jeden Tag haben. Dank Sparzwängen bleibt auch kaum Zeit für ein Gespräch mit den Bewohnern, aber das ist in vielen Altersheimen wohl den Betreibern eh egal.

    Es gibt ja die Meinung, dass man im Alter eher sich auf einem Kreuzfahrtschiff einquartieren sollte als im Altersheim, denn das Schiff ist billiger, man hat erstklassigen Service, kommt rum und wenn es einem schlecht geht kommt der Bordarzt persönlich vorbei. Leider gibt es nicht genügend Schiffe...

    Aber ich muss ehrlich sagen, dass ich begeistert bin wenn ich Dein soziales Engagement sehe. Das macht Hoffnung, dass unsere Jugend nicht nur den Superstar sucht sondern eben auch was Sinnvolles tut.

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  2. Aber eine gewisse Freude zu dem Beruf muss doch da sein .. ich werde ja auch nicht Erzieherin und hasse Kinder ..

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  3. Vielleicht war bei einigen mal eine gewisse Freude da, aber ich fürchte so eine Arbeit stumpft irgendwann ab. Andere sind vielleicht durch Umschulungen zu diesem Beruf gekommen, denn der Bedarf an (billigen) Pflegekräften ist ja riesig, weil immer mehr Leute alt werden. Es ist eben ein Unterschied, ob man seinen Beruf als "Berufung" sieht oder nur als "Job" bis man was "Besseres" findet.

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